FAQ - Häufig gestellte Fragen und Antworten
Faltbootforum FAQ
Allgemeines
1. Warum ein Faltboot
2. Luftschläuche
3. Alleinfahren im Zweier
4. Wie kann ich einen Namen an meinem Boot anbringen?
5. Wie kann man PVC und Gummi / Hypalon unterscheiden?
6. Welche Faltbootfilme gibt es?
7. Gebrauchtboote kaufen
8. Faltboot & Bahn - die gesetzlichen Bestimmungen
9. Aufbauschwierigkeiten / Unterschiede der Modelle resp. Marken
10. Kennzeichnungspflicht für Faltboote
11. Segeln
12. Kajak oder Kanadier?
Alles was man zum Paddeln wissen muß
13. Trimmung
14. Welches Paddel / welche Paddellänge?
15. Gedrehtes / ungedrehtes Paddel
16. Gesundes, effektives Paddeln
17. Paddelbrücke (zum Einsteigen)
Pflege und Reparatur von Faltbooten
18. Neue Faltboothäute
19. Kielstreifen
20. Silberwachs & Co für alte Gummihäute
21. Leim / Lack
22. Holz für Reparaturen und Neubau
23. Welche Heißluftpistole zum PVC-Schweißen?
24. Nähte abdichten
25. Decksimprägnierung
26. Lagerung der Haut
Sicherheit & Ausrüstung
27. Kompass und Orientierung
28. Nächtliche Bootsbeleuchtung
29. Paddelkleidung im Winter
30. Ausrüstung(slisten) Flussfahrt - Ausflug
31. Ausrüstung(slisten) Flussfahrt - Wanderfahrt
32. Ausrüstung Großgewässer
33. Bootswagen
Sonstiges
34. Bootsabbau / festsitzende Gerüsthälften
35. Paddeln mit Hund
Forum-Folklore
36. Trolle
37. Dachlatten versus Kuchenbleche
38. \"Altes\" Forum
39. Tabuthemen
40. Neueingetretenen zum Geleit
Allgemeines
1. Warum ein Faltboot
Frage:
Warum ein Faltboot?
Antwort:
Eine zutiefst subjektive Auflistung:

Ein Faltboot hat Stil.
Ein Faltboot kann man ohne Auto nutzen.
Faltboote kann man leichter lagern.
Ein Faltboot wird mit zunehmendem Alter eher besser als schlechter.
Faltboote sind unsterblich: defekte Teile kann man mehr oder weniger leicht reparieren oder auswechseln, ohne das "Gesamtkunstwerk" Boot zu gefährden.
"Mit einem Faltboot kommt man woanders hin" H. Rittlinger

to be continued …

Autor: Marian


2. Luftschläuche
Frage:
Luftschläuche
Antwort:
1- Welche Art von beiden Auftriebskörpern hat den besseren Auftrieb, bei gleicher Beladung mit Gepäck?
2- Fördern Spitzenbeutel bei einem mit Wasser vollgeschlagen Boot mehr Durchhängen und welche Auswirkungen hat dies auf das Gerüst im Vergleich zum Seitenschlauch.
3- Klettert ein Boot mit Spitzenbeutel besser über Wellen als eins mit Seitenschläuchen?

Das mit dem Klettern ist natürlich Unsinn, weil Luft gleich Luft ist. Durchs Einsperren der Luft in Beutel wird nur verhindert, daß sie beim Kentern von Wasser verdrängt werden kann.

Von meinem T66 jedenfalls kann ich auch aus der Praxis sagen, daß sich das Fahrverhalten des ungekenterten Bootes auch mit Beuteln nicht verändert hat.

Die Schläuche haben allerdings den Vorteil, daß sie durch ihre Lage eine gleichmäßige Verteilung des Auftriebs sichern und so gegen Durchhängen wirken. Zudem sind sie weiter oben angebracht und soregn so für eine bessere "Wasserlage" des vollgeschlagenen Bootes, daß sich vielleicht auch von selbst wieder aufrichtet. Am sichersten ist fürs Seekajak wohl eine Kombination von beidem. Auf der Gepäckfahrt kann auch der wasserdichte Kleiderbeutel als Auftriebskörper wirken.

Hier fehlt mir trotz der Schläuche des Aerius II die Erfahrung, weil wir ihn einfach noch nicht umgeschmissen haben (selbst beim Ein- und Aussteigen auf dem See nicht).

Hauptvorteil der Schläuche ist aber wohl das leichtere Aufbauen der Boote, weil die Haut weiter ist und erst durch das Aufblasen gestrafft wird.

> 1- Welche Art von beiden Auftriebskörpern hat den
> besseren Auftrieb, bei gleicher Beladung mit Gepäck ?

Ganz grob ausgedrückt ist der Auftrieb eines Bootes abhängig von dem Volumen des Bootes unterhalb der Wasseroberfläche (verdrängtes Volumen). Ohne Wasser im Boot spielen also Auftriebskörper keinerlei Rolle für den Auftrieb.
Bei Wasser im Boot wird das verdrängte Volumen kleiner und die Form des Unterwassergebildes ändert sich (das Wasser im Boot kann ja nicht mehr für den Auftrieb zur Verfügung stehen). Je weniger Wasser im Boot sein kann, desto größer ist der Auftrieb (deshalb helfen wasserdichte! Packsäcke). Je mehr Wasser im Boot ist, desto wichtiger wird, in welcher Höhe sich noch Auftriebsvolumen befindet (je tiefer, desto besser).

> 2- Fördern Spitzenbeutel bei einem mit Wasser vollgeschlagenen
> Boot mehr Durchhängen und welche Auswirkungen hat dies
> auf das Gerüst im Vergleich zum Seitenschlauch.

Bei einem komplett mit Wasser gefüllten Boot (ohne Paddler, mit Spitzenbeutel und Gepäck) habe ich kein Durchhängen beobachtet, das Boot schwimmt ja (hoffentlich) in seinem Element, knapp über der Wasseroberfläche. Die Spitzenbeutel verhindern nur, dass das Boot noch tiefer absinkt. Mit einem Paddler im Boot kann ich nur spekulieren, dass dann das Gerüst durchhängen *könnte*. Allerdings ist, wenn man im Wasse sitzt, die Last auf das Gerüst auch niedriger (Eigenauftrieb des Menschen).

Autor: Ralf Heuer


3. Alleinfahren im Zweier
Frage:
Alleinfahren im Zweier?
Antwort:
Ein Zweier kann ohne weiteres auch allein gepaddelt werden. Nur sitzt der Paddler dann im Vergleich zum Einer nicht "zentral" also etwa in Bootsmitte, sondern stets zu weit hinten oder zu weit vorn. Das beeinträchtigt die "Wasserlage" des Bootes. Es ist durch die einseitige Gewichtsverlagerung falsch getrimmt. Folge: Das Boot wird windanfällig (luvgierig beim Vornsitzen, leegierig beim hinten sitzenden Paddler) und lässt sich schlechter durch Wellen steuern. Da ein Zweier in der Regel erheblich breiter als ein Einer ist, wird auch die erzielbare Geschwindigkeit wesentlich niedriger sein. Das höhere Gewicht macht sich vor allem beim Ein- und Aussetzen bemerkbar. Der Zweier ist so zum Alleinfahren nur für die kleine Ausfahrt bei gutem Wetter geeignet.

Zur Verbesserung des Trimms bietet sich der Einbau eines Einzelfahrersitzes an, der den Paddler in die Bootsmitte bringt. Der Selbstbau ist eine preiswerte Lösung. Das Zubehörangebot z.B. von Klepper bringt hingegen gleich einige Kosten mit sich. Dazu kommen weitere Ausgaben für eine Anpassung des eventuellen Steuers sowie eine Spritzdecke, deren Luke ja ebenfalls in Bootsmitte verschoben werden muss. Bei Kosten in Höhe von mehreren Hundert Euro sollte der ambitionierte Alleinfahrer auch über die Anschaffung eines zusätzlichen (gebrauchten) Einers nachdenken.

Autor: Ralf Heuer


4. Wie kann ich einen Namen an meinem Boot anbringen?
Frage:
Wie kann ich einen Namen an meinem Boot anbringen?
Antwort:
Wer seinem Boot einen Namen geben will kann das entweder durch Aufnähen von Textilbuchstaben bzw. eines Textilschriftzuges auf das Verdeck machen oder die Bootshaut parallel zur Decksnaht beschriften. Neben den für "große Boote" üblichen Klebebuchstaben aus dem Bootsbedarfsläden (Höhe 10 cm) eignen sich beschriftete Folien aus dem Fachgeschäft bzw. der Werbe- & Displaybranche. Dort kann man Schrifttyp, -größe und -farbe wählen, und die einzelnen Bezeichnungen befinden sich auf einer Trägerfolie, mit der dann die Worte ausgerichtet und leicht aufgeklebt werden können. Wer bastelwillig ist verwendet selbstgeschnittene DC-Fix Buchstaben (Schablone mit dem PC ausdrucken). Für mutige mit einer ruhigen Hand ist Gummi- oder Reifenfarbe geeignet und wer vor nichts zurückschreckt, nimmt schließlich Edding (auch hier helfen Schablonen). Die letztgenannten Lösungen lassen sich allerdings kaum mehr entfernen.

Autor: Ralf Heuer


5. Wie kann man PVC und Gummi / Hypalon unterscheiden?
Frage:
Wie kann man PVC und Gummi / Hypalon unterscheiden?
Antwort:
Der unbekannte Werkstoff ist relativ leicht festzustellen, indem man einen "vergleichenden olfaktorischen Test der Oxydationsprodukte" durchführt. Ich habe einen solchen Kunststoff-Erkennungs-Test schon mehrmals mit Schulkindern im Werkunterricht gemacht und es war immer ein Heidenspaß. Auf normaldeutsch: ein Spänchen an einer unwichtigen Stelle abschnippeln, anzünden und schnuppern.
Bei Bootshaut empfiehlt sich die Innenkante der Seitennaht. Mit einer Rasierklinge bekommt man bei entsprechender Vorsicht ein Stückchen, an dem kein Trägergewebe mehr haftet. (Dessen Geruch würde die Brennprobe stören.)
Dazu legt man einige Vergleichsproben bereit, bei denen man sicher ist, um welches Material es sich handelt. Man könnte beispielsweise mal im Gelben Sack wühlen. ("igitt!")

Auf vielen Verpackungen steht es drauf: PE, PP, PVC, PS, PA ... Als Gummiprobe würde sich ein Schnipsgummi, ein Stück Fahrradschlauch oder ein Kondom eignen.
PVC wird für für Fußbodenbeläge, Fensterrahmen, billige Joghurtbecher verwendet.
Aus PE bestehen Füllerpatronen, Folie-Tragetaschen, billige Weichplastdosen. PP nimmt man für hochwertigere kochfeste Dosen, lebensmittelechte Verpackungen, PS für Schullineale, Füller, durchsichtige Hartplastverpackungen, PA für Angelsehne, Mauerdübel usw.

Zum Anzünden sollte man nur kleine Proben (schmale Späne) nehmen und mit einer Zange in eine Feuerzeugflamme halten. (Kerzen entwickeln einen störenden Eigengeruch.) Die Probe ausblasen, bevor alles abgebrannt ist, so dass der glimmende Rest noch etwas vor sich hin qualmt. Die Gerüche der verschiedenen Verbrennungsprodukte sind so charakteristisch, dass die Zuordnung relativ einfach ist. Wenn man dazu noch an den sicheren Vergleichsproben schnuppert, ist es ein Kinderspiel.

Gummi - würzig schwefelig wie verbranntes Gummi eben so stinkt (Stichwort Verkehrsunfall)
PVC - (Polyvinylchlorid) stechender Geruch stark nach Chlor wie im Schwimmbad oder im Krankenhaus
PE - (Polyethylen) riecht stark nach einer verlöschenden Kerzenflamme,
PP - (Polypropylen) ganz ähnlich wie PE aber etwas mehr nach verbranntem Harz
PS - (Polystyrol) süßlich fruchtig und mit dickem flockigem Ruß
PA - (Polyamid) nach verbranntem Horn, Haaren, Fingernägeln

Nach diesem Kokel-Verfahren kann man auch unbekannte Textilien (Oberdeckstoff, Haut-Trägergewebe) enttarnen. Baumwolle unterscheidet sich durch den typischen Geruch nach verbranntem Zellstoff (Papiertaschentuch) deutlich von Kunstfasern, die wiederum jede einen anderen markanten Geruch entwickeln.
Vergleichsproben aus dem Altkleidersack sollten kein Problem sein.

Autor: Jutta und Jürgen Engert


6. Welche Faltbootfilme gibt es?
Frage:
Welche Faltbootfilme gibt es?
Antwort:
Zunächst ein Hinweis auf eine sehr vollständige Auflistung historischer Faltbootfilme bei Herbie aus Oldenburg.

Aktuell anschau- bzw. erwerbbare Filme sind z.B. folgende:


  • Zugvögel (1950)
    Regisseur: Klaus von Rautenfeld
    "Zugvögel" beschreibt eine längere Faltbootfahrt auf der Weser von jungen Leuten, die vom Krieg und der folgenden Ungewißheit z.T. deutlich gezeichnet waren. Sehr schöne Brandungspaddelbilder, manchmal überzeichnete und etwas in den Kitsch abrutschende Szenen. Der Kontrast zwischen den offensichtlich sehr leeren Booten und den abendlichen Lagerszenen mit Baumwollzelten, kariert bezogener Daunenbettwäsche etc. fällt auf.
    Die Videokopie im Bundesfilmarchiv darf aus copyright-Gründen leider nicht kopiert oder ausgeliehen sondern muß vor Ort angesehen werden (Kostenpunkt ca. 60 DM). Bei zwei anderen Stellen (?) soll es ebenfalls schwache Videokopien geben.
  • Zwei in einem Boot (ca. 1998)
    Kinderfilm, ca. 60 min. Opa paddelt mit seinen Enkeln in zwei RZ 85 durch die Mecklenburger Seenplatte.
    Kommt immer mal wieder im Fernsehen (zuletzt im Kinderkanal), in Berlin zur Filmeinführung auch in diversen Kinos
  • Erstbefahrung der Tara - Wildwasserfahrt durch die schwarzen Berge (von Walter Frentz) ; Kanuexpedition 1932; Dokumentarfilm SW, 25 Min, als Videofilm zu beziehen über Pollner Verlag, [ISBN: 3-925660-64-x]
  • Das rheinhessische Wanderfahrerabzeichen in Gold
    Nur der Vollständigkeit halber aufgeführt: zeigt angeblich, wie neben dutzenden WW-Abenteuern in Tupperschüsseln auch ein Faltboot geschrottet wird. :-( ....



Autor: Marian


7. Gebrauchtboote kaufen
Frage:
Was muß man beim Gebrauchtbootkauf beachten?
Antwort:
Derzeit nur ein Link zu Gebrauchtbootskauf auf Pouch-inoffiziell mit Schwerpunkt auf Pouch-Booten.

Autor: Marian


8. Faltboot & Bahn - die gesetzlichen Bestimmungen
Frage:
Muß man eigentlich etwas zahlen, wenn man mit Faltboot und Bahn fährt?
Antwort:
Naja, *alle* gesetzlichen Bestimmungen sind's nicht, aber die relevanten Teile :-) aus dem DPT "Deutscher Personen- und Gepäcktarif". Der DPT hat Gesetzeswirkung, gilt also sowohl für die DB AG als auch die diversen Privatbahnen.

Also, zunächst gilt für die *Mitnahme* von Faltbooten u.ä. DPT I § 16 "Mitnahme von Handgepäck und Tieren". Der oft angeführte DPT I § 25 "Aufgabe von Reisegepäck" gilt *nur* für die Aufgabe von Reisegepäck = "das Gepäck reist nicht zwingend im selben Zug mit, sondern wird vom Paddler aufgegeben und durch die Bahn entweder von Bahnhof zu Bahnhof oder von Hausadresse zu Hausadresse oder ... transportiert".

So, was sagt uns DPT I § 16 "Mitnahme von Handgepäck und Tieren"?

Relevante Auszüge:

(1) Der Reisende darf leicht tragbare Gegenstände (Handgepäck) unentgeltlich in die Personenwagen mitnehmen. Dem Reisenden steht für sein Handgepäck nur der Raum über und unter seinem Sitzplatz zur Verfügung.

[Marian: genau das, "Raum über und unter Sitzplatz" wird auch immer von den Zugbegleitern bei Diskussionen angeführt]


Handgepäck, Traglasten
1. Ein Reisender darf ein Stück Traglast unentgeltlich mit sich führen. Dieses muss sich jedoch für die Mitnahme in die Personenwagen eignen und nach Gewicht, Umfang und Beschaffenheit von einer Person getragen werden können.
Schwerere Gegenstände sind auch dann nicht zugelassen, wenn mehrere Personen zusammen reisen oder mehrere Fahrscheine vorgelegt werden.


[Marian: wichtig sind hier "ein Stück", und "von einer Person getragen werden können"]


2. Folgende Gegenstände dürfen unter den genannten Bedingungen unentgeltlich in die Personenwagen mitgenommen werden:
a) Gegenstände von bis zu 1,50 Meter Länge, wenn in den Vorräumen oder Gängen der Wagen besondere Vorrichtungen für die Unterbringung vorhanden sind.



[Marian: also, Klepper dürfen, Pouch dürfen nicht, es sei denn sie wurden gekürzt. Über die Klepper-DPT-Weltverschwörung diskutieren wir später]


3. Ist die Unterbringung der Gegenstände nach Ziffer 1 bzw. 2 nicht möglich, weil die zur Verfügung stehenden Flächen belegt sind, entscheidet das Zugbegleitpersonal über die Unterbringung.


[Marian: wenn man also in die modernen Gepäckablagen in einigen Zügen, die für max. eine Zeitung und einen Apfel ausgelegt sind sein Faltboot nicht mehr hineingestopft bekommt sagt einem der Zugbegleiter wo's hinsoll.]


4. Sind Gegenstände entgegen den vorstehenden Bestimmungen in die Personenwagen mitgenommen worden, so entscheidet das Zugbegleitpersonal, wo sie untergebracht werden bzw. ob sie auf einem geeigneten Unterwegsbahnhof ausgeladen werden. Für diese Gegenstände wird der Betrag für Reisegepäck (Normalgepäck) nach der Preistafel und ein Zuschlag in Höhe dieses Betrages erhoben.



[Marian: Hat also jemand frecherweise doch den Pouch mitreingenommen oder den Aerius Einer in zwei Taschen - wir dürfen nur eine - dann dürfen wir entweder drinbleiben und der Zugbegleiter sagt wo wir das Boot hinstellen sollen oder werden am nächsten Bahnhof rausgeworfen. Ganz egal ob wir drinbleiben oder rausgeschmissen werden sollen müssen wir Kohle zahlen - und zwar nach den Tarifen für das "aufgegebene Gepäck = Reisegepäck (was nicht das Handgepäck ist)". Und dieser Betrag wird verdoppelt, weil wir auch einen Zuschlag in eben der Höhe des Originalbetrages zahlen sollen.]

Anmerkung zur Bezahlung von Gepäck im Zug


Ganz egal was DPT I § 25 "Aufgabe von Reisegepäck" zu den Abmessungen von Normalgepäck und Sondergepäck sagt, für uns gilt nach DPT I §16 (2) 4. der Betrag für Normalgepäck, wenn wir denn zahlen müssen sollten.

Laut http://www.bahn.de/pv/angebote/gepaeck/pv2_preise_kuriergepaeck.shtml kostet ein Stück Normalgepäck EUR 14,30. Ab dem zweiten Gepäckstück gibt es EUR 5,10 Rabatt pro Stück.

Rechenbeispiel für den "worst case":

Eine 6-köpfige Gruppe (Gruppenrabatt!) reist mit 2 Zweiern und 2 Einern. Die Hauttaschen würde ich nach DPT I §16 als normales Handgepäck zählen (und mich auch nicht vom Zugbegleiter beirren lassen). Bleiben 4 Stangentaschen (in diesem Beispiel alle 1,70m lang).
Diese kosten 14,30 + 9,20 + 9,20 + 9,20 = EUR 41,90.

Uff.

Verglichen jedoch mit dem Sondergepäckspreis (ein Stück EUR 23,50, alles zusammen EUR 78,70) ist das ein absolutes Schnäppchen!

Und verglichen mit den Realitäten bei Bahn&Boot ist das Rechenbeispiel auch nur imaginär. *auf Holz klopf* *toi toi toi sag*



So. Eigentlich dürften wir uns nur noch mit der Stabtasche unterm langen Lodenmantel in die Züge wagen oder dürfen nur noch mit Feathercraft-Ein-Gepäckstück-Booten Zug fahren.
In der Praxis ist das alles deutlich entspannter. Die meisten Zugbegleiter kennen den DPT seeeehr schlecht. Meist wird aus Kulanz drüber hinweggesehen, in seltenen Fällen wird eine Fahrradkarte verlangt. In noch selteneren Fällen muß man diese Fahrradkarte dann auch bezahlen. :-)
Anekdotische Evidenz: ich habe in etwa 1-2 % (Grundgesamtheit: ca. 90-100 Fahrten) meiner Faltboot-Bahnreisen im Inland eine Fahrradkarte zahlen müssen, in weiteren 4% wurde eine solche von mir verlangt und ich habe erfolgreich abgewimmelt. Allerdings war ich v.a. in den östlichen Bundesländern unterwegs und meist in Nahverkehrszügen (RB, RE, SE, IR, IRE).

Auslands-Erfahrungen:
- Frankreich (2 Inlandszüge, 2 Pariser Vorortbahnen, 2 Nachtzüge Berlin-Paris) keinerlei Probleme.
- Österreich (Nachtzug, Bummelbahn) keinerlei Probleme
- Polen (7 oder 8 Züge): hmm, in etwa 30% mußten wir zahlen, in 60% sollten wir zahlen. Hier sollte man vorher die deutsche PKP-Vertretung in Berlin wegen der Tarife konsultieren und sich einen Schriebs ausstellen lassen. Soll Wunder wirken (wir haben es nicht ausprobiert). Wenn man am Bahnhof für ca. 50% der Boote ein Gepäckticket löst, sagt auch im Zug niemand mehr etwas. Dieses Gepäckticket kostete für Masuren-Berlin etwa 10% der kumulierten Zug-Gepäcktickets für Berlin-Masuren ... :-(((
Schweden: (2 Züge) keinerlei Probleme
Türkei (1 Zug) keinerlei Probleme

Autor: Marian




9. Aufbauschwierigkeiten / Unterschiede der Modelle resp. Marken
Frage:
Wie stark unterscheiden sich die verschiedenen Boote im Auf- und Abbauen?
Antwort:
Generelle Aussagen:
Jedes Faltboot kann man auf- und wiederabbauen.
Klepper-Boote, v.a. diejenigen mit Seitenschläuchen, sind am einfachsten aufzubauen.
Pouch-Boote sind eher für handwerklich geschickte Leute: sie sind v.a. wegen der fehlenden Seitenschläuche, aber auch der einfacheren Beschläge, fummeliger und schwieriger beim Aufbauen.
Nautiraid, Folbot: keine Erfahrungen [Marian]
Feathercraft: je nach Modell mittelschwierig bis langwierig. Der K-Light, wohl auch der Kahuna, lassen sich am einfachsten aufbauen, am schwierigsten sind der alte K1 (vor 1998) und der Kathsalano.


Autor: Marian


10. Kennzeichnungspflicht für Faltboote
Frage:
Kennzeichnungspflicht für Faltboote?
Antwort:
Auf allen Bundeswasserstraßen erfassen die für die Schifffahrt geltenden Vorschriften grundsätzlich auch den Paddler im Faltboot. Nach der Kennzeichnungsverordnung von 1995 (KlFzKV-BinSch, Verordnung über die Kennzeichnung von auf Binnenschifffahrtsstraßen verkehrenden Kleinfahrzeugen vom 21. Februar 1995, Quelle: Bundesgesetzblatt 1995 Teil I Seite 226) sind muskelbetriebene Kleinstfahrzeuge (alle Ruder- und Paddelboote) nur noch mit Namen und Anschrift des Eigners im Boot (also innerhalb der Sitzluke) zu kennzeichnen. Allerdings schreibt die daneben geltende BinnenschiffahrtsstraßenVO eine Kennzeichnung des Bootes mit einem Namen mittels 10 cm großer Buchstaben an den Seiten vor. Streng genommen bedarf es also beider Kennzeichnungen. Die Wasserschutzpolizei sieht aber offensichtlich meistens großzügig darüber hinweg.

Eine amtliche Zulassung mit Erteilung eines Schiffskennzeichens ist in keinem Fall erforderlich (es sei denn, das Boot ist mit einem Motor über 2,21 kw versehen). Eine freiwillige amtliche Registrierung des Bootes kann aber vielleicht Langfinger abschrecken. Sie ersetzt außerdem die Kennzeichnung des Bootes mit Name und Anschrift des Eigners im Inneren, denn beides geht ja schon aus den amtlichen Papieren hervor.

DKV oder anderer Vereinsbezeichnungen bedarf es nirgendwo. Die Mitgliedschaft in einem Verein befreit auch nicht von den Vorschriften des Bundes- oder Landesgesetzgebers. Anders als vom Verband gelegentlich kolportiert (Flussführer) existieren auch keine Sondergenehmigungen für Mitglieder oder Verbote für Nichtmitglieder.

Bundeswasserstraßen sind übrigens fast alle größeren Kanäle Flüsse und sogar einige Seen wie die Müritz. Selbst teilweise mit Motorbooten unbefahrbare Flüsse wie die Lahn sind (ab Gießen) Bundeswasserstraße.

Autor: Ralf Heuer




11. Segeln
Frage:
Welche Tips zum Segeln gibt es?
Antwort:
Zwei Links:
- Segeltips auf faltboot.de
- Diskussion zum Segeln

Autor: Marian


12. Kajak oder Kanadier?
Frage:
Welcher Bootstyp ist für welche Touren besser geeignet?
Antwort:
Sehr schwierige Frage. Fürs Kajak spricht die bessere Schlechtwettertauglichkeit: Das Gepäck ist sicher und trocken verstaut, das Boot ist wesentlich weniger windanfällig und bei starken Wind und Wellen zumindest für den Durchnittspaddler auch leichter zu beherrschen.

Ich würde beides probepaddeln. Mir liegt z.B. die recht einseitige Belastung beim Paddeln im Candier nicht.

Und schöner find ich Kajaks auch. Bei den Faltbooten hast Du auch die erheblich größere Auswahl an Modellen.

Wer die Qual hat ...

Autor: Ralf Heuer

PS: weiterhin lesenswert: Diskussion zu Kajak vs. Kanadier

Alles was man zum Paddeln wissen muß
13. Trimmung
Frage:
Wie kann ein Boot am besten getrimmt werden (je nach Gewässer und Wetter)?
Antwort:
Trimmen heißt, die Beladung im Boot entsprechend den vorherrschenden Bedingungen auszurichten.
Optimal für flaches Wasser ist es,
1. eine gleichmäßige Verteilung zwischen Steuerbord und Backbord und
2. zwischen Heck und Bug zu haben (mit dem / den Paddler(n) im Boot).
Je nach Wind und Wellen und dem typischen Verhalten eines Bootes kann und sollte man Punkt 2 variieren.
Für das Trimmen eignen sich z.B. Wassersäcke u.ä. schwere Sachen sehr gut. Andererseits sollten richtig schwere Gepäckstücke nicht zu weit von der Bootsmitte gelagert werden. Der Cockpitbereich der meisten Faltboote ist von der Konstruktion her der Ort, der für die schwersten Lasten ausgelegt ist.

  • konstruktive Luvgierigkeit:
    Manche Boote (z.B. der E 65) sind von Haus aus leicht luvgierig, drehen also mit dem Bug in den Wind. Hier wird mehr Gepäck in den Bugraum verlagert um das Fahrverhalten neutraler zu gestalten.
  • Wind / Wellen von hinten: Trimmung hecklastig, damit das Heck (und damit das Steuer) nicht so leicht ausgehoben wird. Außerdem steigt dann der Bug leichter, falls man in die nächste Welle vor dem Boot hineinsurft.
  • Wind / Wellen von vorn: Trimmung buglastig.
    Wildwasser: prinzipiell das schwerste Gepäck nahe der Bootsmitte, damit die Kiellinie minimal runder wird / der Kielsprung zunimmt. Mehr Gepäck in das Heck, damit das Boot leichter / trockener über Schwälle fährt.

Autor: Marian

14. Welches Paddel / welche Paddellänge?
Frage:
Welches Paddel / welche Paddellänge?
Antwort:
Das Paddel, das einem gefällt, ist das beste. Es empfiehlt sich trotzdem, so oft wie möglich andere Paddel auszuprobieren: das Bessere ist der Feind des Guten.

Welche Paddel sind für Faltboote geeignet?

Faltboote lassen sich auf geringe Abmessungen zusammenfalten. Dies sollten auch Paddel für ein Faltboot tun. Es sei denn, man ist sich sicher, dass man sein Boot immer aufgebaut transportiert oder immer genügend Platz für den Transport eines Paddels hat (in der Bahn, im Bus, im oder auf dem Auto, vor allem aber auf oder im Boot auf dem Wasser als Ersatzpaddel). "Faltbare" Paddel sind ein- oder mehrfach unterteilt und können an diesen Teilungen (Hülsen) auseinandergenommen werden.
Die Teilungen sollten:

  • aus starkem Material bestehen, das sich nur schwer verbiegen läßt. Sonst passen anschließend die Hülsen nicht mehr ineinander. Bewährt haben sich dicke Edelstahl-, Carbon- und Fiberglashülsen, weniger gut sind dünne Alu- oder Edelstahlhülsen.
  • aus korrosionsfestem Material bestehen. Schon nach einigen Tagen sind z. alte Messinghülsen (bevorzugt an DDR-Paddeln zu finden) im zusammengesteckten Zustand so korrodiert, dass man die Paddelhälften nur mit Kraft auseinanderziehen kann.
  • passgenau sein, also ein nur sehr geringes Spiel aufweisen.
  • feste Stellungen für die Verschränkungen aufweisen, möglichst mit Druckknopf statt herausstehenden Schrauben (Verletzungsgefahr!).


Welche Paddellänge?

Die Paddellänge hängt u.a. ab von der Bootsbreite, der Sitzhöhe, der Höhe des Cockpitrandes, der Größe des Paddlers und des Paddelstils. *Die* optimale Paddellänge gibt es also nicht. Trotzdem versuche ich hier, grobe Empfehlungen zu geben. Es empfiehlt sich aber sehr, mehrere Paddellängen auszuprobieren (im Kanu-Club, auf Faltboot-Treffen, bei guten Kontakten zum Kanu-Händler).

Traditionell werden Paddellängen von 240 cm gefahren, die ich [Marian] eher für zu lang halte. Diese Längen machen nur Sinn bei extrem breiten Booten wie z.B. dem Aerius II und sehr tiefem Sitzen / sehr hohem Cockpitrand. Andererseits kann man mit einem längeren Paddel viel besser im Seegang stützen. Auch Paddler, die eher eine langsame Paddelfrequenz bevorzugen, fahren längere Paddel.

Je kürzer das Paddel, desto kürzer der Arbeitsweg und desto potentiell geringeres Gewicht. Für einen Pouch E 65 halte ich 225 cm für optimal, für einen RZ 85 ca. 230 cm. Auch bei einem Aerius II würde ich unter 240 cm bleiben (es empfiehlt sich bei diesem Boot und anderen Booten, erhöht zu sitzen!).

Welches Material?

Natürlich bietet sich für Faltbootfahrer zuerst ein Holzpaddel an, allein aus Stil-Gründen. Holz hat natürlichen Auftrieb, es fühlt sich auch bei Kälte warm an und ist flexibel. Dafür muss es alle paar Jahre gepflegt werden, für einen Liebhaber kein Problem.
Ansonsten bieten sich Kunststoffe wie Fiberglas oder sogar Karbon an. Diese sind bei entsprechendem Paddeldesign leichter als Holz, bei richtiger Verarbeitung auch robuster.

Autor: Marian


15. Gedrehtes / ungedrehtes Paddel
Frage:
Ist eigentlich ein gedrehtes oder ungedrehtes Paddel besser?
Antwort:
Doppelpaddel kann man mit zueinander verschränkten Blättern fahren (d.h., die Blätter sind nicht parallel, sondern stehen in einem bestimmten Winkel zueinander). Man kann aber die Blätter auch parallel stellen. Der Verschränkungswinkel beträgt bei älteren Paddeln 90 Grad, bei modernen zwischen 60 und 75 Grad. Je kleiner der Wert, desto sehnen- und muskelschonender paddelt man.
Diese Verschränkung soll u.a. den Windwiderstand des sich in der Luft befindlichen Blattes reduzieren. Die meisten erfahrenen Paddler fahren mit verschränkten Paddeln, das soll Dich aber nicht davon abhalten, mit parallelen Blättern zu fahren. Bei der Gefahr von Sehnenscheidenentzündungen sollte ein ungedrehtes Paddel genutzt werden oder der Winkel geringer eingestellt werden.

Autor: Marian


16. Gesundes, effektives Paddeln
Frage:
Gesundes, effektives Paddeln
Antwort:
Ein Paddel bewegt in Zusammenspiel mit dem Paddler ein Boot. Wichtig ist zu wissen, dass Boot, Paddler und Paddel drei gleichwertige Einheiten bilden, die nur zusammen wirken können. Keines der drei Elemente sollte vernachlässigt werden.

Ergonomisch vs. stilvoll?

Gerade unter Wanderpaddlern wird das Paddel sträflich vernachlässigt. Da wird ein Boot für xxxx Mark gekauft, es reicht dann aber nur noch für 80-DM-Paddel-Krücken. Bei der ersten Tour wundert man sich dann über das langsame Boot, die schmerzenden Muskeln, die Sehnenscheidenentzündung, die Mitpaddler beschweren sich über den missgelaunten Paddler.
Kein Autofahrer würde sich ein Auto mit Alu-Karosse, aber einem völlig verrosteten Motor bzw. Getriebe kaufen, unter Wanderpaddlern sind diese verrosteten Antriebe (lies: Paddel) normal ...
Eine harmonische Einheit zwischen Paddler, Boot und Paddel ist also wichtig, auf langen Touren sogar sehr wichtig! Das Paddel ist Dein Kontakt zum Wasser, Du hältst es den ganzen langen Paddeltag in der Hand.

Wie kann ein ergonomisches (lies: benutzungsfreundliches) Paddel auf körperliches und (!) geistiges Wohlbefinden wirken?

  • es ist leichter, die aufzubringende Haltekraft ist also geringer. Dabei kommt es nicht so sehr auf das Gesamtgewicht an, sondern auf möglichst niedriges Gewicht der Paddelblätter. Prinzipiell gilt: je weiter außen Gewicht verteit ist, desto größer ist der Kraftaufwand beim Bewegen des Paddels.
  • der Schaft ist dünner und vielleicht sogar oval geformt. Dadurch sind ebenfalls geringere Haltekräfte notwendig, die Unterarmmuskeln verkrampfen weniger. Hünen mit Baggergreifer-Händen sollten allerdings auf genügend dicke Schäfte achten. Die ovale Formung (langer Durchmesser des Ovals rechtwinklig zum Paddelblatt) ist der natürlichen Handform beim Greifen angepasst.
  • die Blätter sind schmaler und haben weniger Oberfläche als normale (lies: traditionelle) Paddelblätter.
    Beim stunden- und tagelangen Wandern kommt es v.a. auf Leistungen im Ausdauerbereich an, Sprints sind eher Nebensache. Ein Blatt, das im Wasser durchaus ein wenig "durchrutscht", ist weniger muskel- und sehnenbelastend als ein großes Blatt, das man mit aller Kraft durchziehen muss. Außerdem erlaubt ein längeres schmales Blatt meist eine relativ flache Paddelhaltung, die zu weniger Windwiderstand und geringeren Haltekräften führt.
    In Ausnahmesituationen (Sprints flussaufwärts) kann allerdings die geringe Blattfläche zu Problemen (zu geringe Geschwindigkeit) führen.
  • die Blätter sind asymmetrisch (die kürzere Hälfte des Blattes taucht dabei zuerst ein). Auf beide Längshälften des Blattes wirken also dieselben Kräfte, das Blatt "flattert" nicht im Wasser und sorgt so für weniger Haltekraft und geringere Sehnenbelastung im Unterarm. Zu geringerem Flattern kann auch eine Mittelrippe im Blatt beitragen, dies aber eher bei breiteren Paddelblättern.
    Darüber hinaus gibt es z.B. gebogene Schäfte, Wingpaddel, Grönlandpaddel etc. Dies führt jedoch in diesem Rahmen zu weit.
    Vielen Wanderpaddlern ist ein modernes Paddel zuwider, es sieht ihnen zu technisch aus. Dabei gibt es wunderschöne Holzpaddel, die die oben aufgeführten ergonomischen Eigenschaften aufweisen. Dein Körper, Deine Stimmung am Abend eines langen Paddeltages sowie Deine Mitpaddler werden es Dir danken.

Wie paddelt man am besten auf langen Strecken?

Einige Tips:

  • am wichtigsten ist es, den Oberkörper statt der Arme paddeln zu lassen. Die Oberkörpermuskeln sind weitaus stärker als Deine Armmuskeln. Die Paddelbewegung sollte aus der Hüfte erfolgen: dabei dreht sich der gesamte Oberkörper, die Arme verrichten v.a. Haltearbeit. Bei längeren Touren kann man zur Abwechslung für kurze Zeit nur mit den Armen paddeln, um die Oberkörpermuskulatur zu entlasten.
  • je nach Paddelblatt, Paddelstil und Wetter wird man unterschiedliche Frequenzen fahren wollen. Ich [Marian] finde folgende Verhältnisse optimal:
    langes schmales Blatt, flache Paddelhaltung, schnelle Frequenz oder etwas größeres breites Blatt, halbsteile Paddelhaltung, mittlere Frequenz. Der menschliche Körper entspricht einer Maschine mit nur einem Gang. Im Gegensatz zu Autos können Menschen, die Ausdauerarbeit verrichten, bessere Leistungen mit höheren Arbeits-Frequenzen und einer geringen Kraftaufwendung erbringen. Optimal ist also die erste Variante (langes schmales Blatt, flache Paddelhaltung, schnelle Frequenz).


Autor: Marian



17. Paddelbrücke (zum Einsteigen)
Frage:
Was ist eine Paddelbrücke?
Antwort:
Paddel hinter Cockpit über Boot und Ufer/Steg/Hastenichgesehn legen und dann mit der wasserseitigen Hand das Paddel in der Mitte des Bootes und mit der uferseitigen Hand etwa in der Mitte zwischen Boot und Ufer packen und diese Stütze dann zum Hineingleiten in den Kahn benutzen.

Hierzu eine kleine Polemik aus dem Faltbootforum: "Paddelbrücke" nennt sich eine Einstiegstechnik, die vor vielen Jahren von der Kanuzubehörindustrie erfunden wurde, um den Verkauf von Paddeln kräftig anzukurbeln. Mit Hilfe der Paddelbrücke ist es tatsächlich auch möglich jedes auch noch so stabile Paddel zu Brennmaterial für's Oster-/Johannisfeuer zu machen.
Tatsächlich braucht niemand diese Technik, auch nicht bei einem noch so kippeligen Boot (oder hat jemand schonmal einen Rennkajakfahrer mit Paddelbrücke einsteigen gesehen???).
Der Trick ist, sich nicht auf ein quer liegendes Paddel abzustützen, sondern mit einer Hand auf die Mitte des Süllrandhinterteils (bei Klepper glaube ich "Bumerang" genannt) und mit der anderen Hand am Ufer. Das Paddel kann irgendwo sonst in Reichweite liegenbleiben (neben dem Boot, vor dem Süllrand etc.)

Autor: Ralf Heuer


Pflege und Reparatur von Faltbooten
18. Neue Faltboothäute
Frage:
Wo bekommt man eine neue Faltboothaut?
Antwort:
Die folgenden Unternehmen wurden und werden im Forum empfohlen. Aussagen über Qualität und Preise findet Ihr über die Suchfunktion des Forums bzw. auf den websites der Unternehmen.


Außerdem scheint auch Germania weiter Häute zu produzieren.

Natürlich bekommt man bei Klepper Bootshäute für Klepperboote, und sicher bei Feathercraft für ihre eigenen und bei Folbot für deren Häute und Nautiraid wieder für Nautiraid-Boote.

Autor: Marian


19. Kielstreifen
Frage:
Kielstreifen: wann und wozu? Wie anbringen?
Antwort:
Auch bei leichtem Einsatz des Bootes empfehlen sich Kielstreifen zur Schonung der Bootshaut. Sie lassen sich auch nachträglich anbringen oder bei Bedarf erneuern (Voraussetzung: Die Haut ist noch nicht zu alt und lässt sich noch kleben).
Bei Gummi- bzw. Hypalonhäuten empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:


  1. Anbringen am aufgebauten Boot.
  2. Die Gummisteven werden nur leicht anglöst (stumpfes Messer, Spachtel o.ä.) um zumindest vorn die Kante des Streifens drunter zu schieben (nur ein paar cm).
  3. Kielstreifen auflegen und mit Klemmen befestigen oder von Helfer festhalten lassen. Dann die Lage des Streifens mit Bleistift oder Kuli anzeichnen.
  4. Streifen wegnehmen und die Klebestelle auf der Bootshaut mittels Schleifpapier oder Bohrmaschienen-Schleifaufsatz leicht aufrauen. Die Original Klepper Streifen selbst sind bereits aufgeraut und mit Gummilösung vorgestrichen. Wichtig: Es dürfen keine Ränder bleiben, denn dort würden sich die Streifen am Rand wieder lösen.
  5. Gummilösung ein bis zweimal auf die Haut auftragen. Einmal auf den Streifen. Wichtig: Die nötige Zeit zum Antrocknen nach Anleitung der Gummilösung beachten. Lieber zu lang als zu kurz antrocknen lassen.
  6. Den Kielstreifen über die Schulter legen und ihn auf die Klebestelle beginnend an einer Seite aufzudrücken (am Stevenbereich vorerst überlappen lassen). Sorgfältig arbeiten, da Korrektur kaum möglich. Den Streifen immer schön nach hinten straff ziehen, damit sich keine Falten oder Wellen bilden.
  7. Erst am Schluss die Streifen unter die Steven schieben (überschüssige Länge abschneiden): Auch hier Gummilösung unter den Steven pinseln. Antrocknen lassen, Steven anheben, Streifen drunter, andrücken, fertig.
  8. Am Rand der Klebestelle austretende Gummilösung mittels hartem Gummistück (z.B. sog. Specksohle von Schuhen) abreiben, da diese später braun wird.
  9. Mindestens zwei Stunden trocknen lassen.


Für PVC-Häute bedarf es eines speziellen Klebers oder die Streifen werden aufgeschweisst (siehe Reparatur von PVC-Haut).

Es ist keine einfache Sache!

Autor: Ralf Heuer


20. Silberwachs & Co für alte Gummihäute
Frage:
Was ist Silberwachs? Wie kann ich meine alte Gummihaut pflegen?
Antwort:
Silberwachs war früher das Standard-Pflegemittel. Es diente als Schutzschicht vor Schmutz, sollte das Austreten der Weichmacher des Gummis verhindern und die Farbe wieder "auffrischen". Heute sind allerdings die silikonölhaltigen Pflegemittel von Klepper oder Grabner wohl erheblich besser fürs Gummi und leichter aufzutragen. Zwar färben sie nicht, aber das ist angesichts der "schmierig" wirkenden Silberwachsschichten wohl auch besser.

Autor: Ralf Heuer


21. Leim / Lack
Frage:
Welchen Leim und welchen Lack sollte man verwenden?
Antwort:
Lack
Das Holzgerüst sollte mindestens einmal im Jahr auf größere Kratzer hin untersucht werden. Diese werden nach kurzem Anschleifen der Oberfläche ausgebessert. Ist die Lackierung eines älteren Gerüstes gänzlich hinüber (erkennbar an dunklen, wasserbedingten Verfärbungen des Holzes), bedarf es einer vollständigen Neulackierung. Dafür sollte das Gerüst im Idealfall "bis aufs Holz"abgeschliffen werden (Aufwand mindestens 1 Woche). Bei Verwendung von Originallack reicht oft auch ein sehr gründliches Anschleifen. Wichtig ist die Beachtung der Verarbeitungshinweise hinsichtlich Temperatur und Verdünnung. Eine haltbare Lackierung setzt mindestens drei Lackschichten voraus. Die erste sollte dabei mit stark verdünntem Lack erfolgen.

Als Lack sollte auf jeden Fall ein wasserfester Bootslack verwendet werden. Erhältlich in Bootsbedarfsläden und gut sortierten Baumärkten. Gute Erfahrungen hat insbesondere der als Klepperzubehör gehandelte Tauchlack "Reladur" der Regensburger Lackfabrik hinterlassen.

Als Alternative zum Bootslack wird auch das Ölen des Holzes empfohlen. Der Arbeitsaufwand dürfte jedoch kaum geringer sein.

Für alte, poröse Haut wird gelegentlich Gummi-Lack zur Abdichtung empfohlen. Abgesehen vom ästhetischen Gesichtspunkten gehört diese Lösung in die Kategorie "Pfusch", da sie keine dauerhafte Dichtigkeit bringt. Vor allem ändert sich aber an der Verhärtung der Haut nichts. Wird die lackierte Haut gefaltet, bricht zumindest die Lackschicht wieder auf. Das Boot ist mithin als Faltboot nicht mehr verwendbar.

Leim
Für die Reparatur von Gerüst oder Paddel braucht man in jedem Fall einen wasserfesten Klebstoff. Standard sind entweder wasserfester Holzleim (Weißleim, z.B. Ponal wasserfest), PU-Leim oder Epoxidharz (2-Komponenten-Kleber).

Bei den Weißleimen gibt es Bedenken wegen der dauerhaften Wasserfestigkeit. PU-Leim soll hier besser sein. PU-Leim füllt zudem offene Fugen, hält dann aber nicht mehr, also nur etwas, wenn die Fugen sehr dicht sind und man mit hohem Druck arbeiten kann. Spanten sollten zusätzlich in jedem Fall vernietet werden.

Für den Weißleim spricht der geringe Preis (Baumarkt) und die leichte Verarbeitung. Für kleine Sachen bestimmt leichter einsetzbar als ein Zwei-Komponenten-Kleber.

Wichtig bei allen Reparaturen: Man darf nicht vergessen, dass das Holz davon nicht "wasserfester" wird. Auch wasserfest verleimtes Holz quillt auf, wenn Wasser eindringen kann und kann dann jede Leimung hinfällig machen. Also nach dem Durchtrocknen des Leimes abschleifen und mehrfach lackieren.

Autor: Ralf Heuer



22. Holz für Reparaturen und Neubau
Frage:
Welches Holz sollte ich am besten für eine Reparatur verwenden? Aus welchem Holz kann ich mir ein Faltboot bauen? Welches Sperrholz kann man nehmen?
Antwort:
ESCHE
Klassisches Holz zum Faltbootbau ist Esche: Hart, fest, sehr zäh, scherfest, langfaserig und vor allem besonders elastisch. Die Darrdichte (Dichte bei 0% Holzfeuchtigkeit) beträgt ungefähr 0,62 g/cm³.

Esche wird hauptsächlich für alle Längsteile des Faltbootes eingesetzt. Früher wurden auch die Querteile aus Esche produziert, diese sind aber heutzutage von wasserfestem preiswerteren Sperrholz abgelöst worden.

Die Faltbootwerften werben damit sogenannte Bergesche einzusetzen. Da die Vegetationsperiode in den Bergen meist kürzer ist, als im Flachland sind die Jahresringe der „Bergesche“ schmaler und dass Holz fester. Eine gut gewachsene alte Esche aus dem Flachland kann aber ebenso gute Eigenschaften besitzen.

Leider bringt dieses Superholz auch ein paar unangenehme Eigenschaften mit, so ist Esche anfällig für Schädlinge, schwindet stark, bekommt schnell Stockflecken und ist nicht sehr witterungsbeständig.

Daher ist es wichtig, dass das Gerüst immer eine Oberflächenversiegelung besitzt.

Die folgenden Hölzer werden vereinzelt auch im Faltbootsbau eingesetzt.

LÄRCHE
Klassiker unter den Boots- und Schiffsbauhölzern: Hart, zäh, biegsam, harzhaltig; der Kern ist widerstandsfähig gegen Fäule oder Wurmbefall. Die Darrdichte liegt bei ungefähr 0,54 kg/dm³.

Leider besitzt Lärche nicht die gleiche Elastizität wie Esche, daher wird Lärche im Faltbootsbau nur vereinzelt für Senten verwendet.

Ähnliche Eigenschaften bei leichterem Gewicht besitzt Douglasie.

BUCHE (Rotbuche)
Eigentlich ein unmögliches Holz für den Bootsbau, bei Kontakt mit Wasser bekommt Buche schnell Stockflecken, Buche ist wenig elastisch und ziemlich schwer. Darrdichte liegt bei ungefähr bei 0,65 g/cm³.

Trotzdem wird Buche im Faltbootsbau eingesetzt, an Stellen, wo grosse Stabilität gefragt ist: z.B. am Süllrand oder am Steven.

EICHE
Schweres, hartes, sehr scherfestes, gerbstoffreiches Holz; der Kern ist witterungsfest, der helle Splint überhaupt nicht zu gebrauchen. Darrdichte liegt bei ungefähr 0,86 g/cm³.
Da auch Eiche wenig elastisch ist, kann sie ebenso wie die Buche nur eingeschränkt eingesetzt werden.

Holzwerkstoffe für Reparatur und Neubau

FURNIERPLATTE (FU)
Der Klassiker unter den Holzwerkstoffen im Faltbootbau ist die Birke-Furnierplatte (Birke-Mulitplex). Bei der Herstellung werden mehrere Schichten Furnier von ca. 1mm Stärke werden kreuzweise aufeinander geleimt.
Ist die Verleimung wasserfest verleimt so trägt die Platte die Bezeichnung BFU 100 (BauFUrniersperrholz Werkstoffklasse 100).
Doch selbst die beste Verleimung verhindert nicht, dass die Furniere bei Feuchtigkeit aufquellen, so dass auch hier auf eine gute Oberflächen-Versiegelung geachtet werden muss.
Furnierplatten haben ein Dichte von ca. 0,8 g/cm³.

KUNSTHARZ-PRESSHOLZ (KP)
Vereinzelt wird auch sogenanntes Flugzeugsperrholz oder Panzerholz eingesetzt.
Dünne Buchefurnierschichten von max. 1 mm Stärke werden mit Kunstharz getränkt und dann mit sehr hohem Druck verpresst. Das Ergebnis ist ein Holzwerkstoff, der eigentlich aufgrund seines hohen Kunstharzgehalts schon zu den Kunststoffen zählt.
Für den Faltbootsbau bringt dieser Werkstoff prima Eigenschaften mit: völlig (salz)wasserbeständig, die Aussenfläche ist durch das Harz glatt und bereits versiegelt, bei geringerer Stärke genauso stabil wie Multiplexplatte. Bearbeitung wie Holzwerkstoffe.
Der Preis liegt um einiges über dem von normal wasserfestem Sperrholz.

Beschaffung von Holz und Holzwerkstoffen

Leider ist Esche kein gängiges Holz, so dass die Beschaffung meistens doch sehr mühsam ist.
Prima ist es einen Tischler oder eine Tischlerei zu kennen, der die gewünschten Querschnitte auf Wunsch zuschneidet. Leider gibt es auch in vielen Tischlereien keine Esche mehr, so dass der Gang zum Holzhändler sich nicht vermeiden lässt.
Normalerweise kauft man ein Brett 10 mm stärker, als die gewünschte Endstärke. Für eine Leiste mit einer Kantenlänge von 25 mm wird also eine 35 mm starke Eschebohle benötigt.
Gute Holzhändler lassen den Kunden selber aus dem Stapel Holz seine Bohle aussuchen, auch auf die Gefahr hin, dass der komplette Stapel umgeschichtet werden muss.
Gesucht wird möglichst astreines gerade gewachsenes Holz mit engen Jahresringen.
Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, da Holz ein natürlicher Werkstoff ist. Meistens lassen sich krumme oder astige Bretter nicht vermeiden, ein Verschnitt von 50 % für astreine Leisten ist normal.

Andere Gewerke die Esche verarbeiten sind Wagnereien, Treppenbauer und Sportgerätewerkstätten.

Die Beschaffung von Sperrholz ist vergleichsweise einfach, da mittlerweile viele Baumärkte auch Birke Multiplexplatten führen.
Falls nicht muss wieder eine Tischlerei bemüht werden oder eine ganze Platte im Holzhandel gekauft werden. Normale Plattengrössen liegen bei 1250 x 2500 mm.
Schwieriger wird’s bei Kunstharzpressplatten.

Bezugsadressen in Berlin:

Vollholz:
KULA, Berlin Kopenhagener Strasse 57 – 75, 13407 Berlin, 030/411 80 51
Kleine Mengen: Holzapfel, Kollwitzstr. 100; 030/44 05 20 04, hier gibt’s auch japanische Holzbearbeitungswerkzeuge
Leisten:
Leisten-Beyer, Neuköllnische Allee 52, 12057 Berlin, 030/684 40 31 http://www.treppenpfosten.de. Leisten-Beyer fertigt im Prinzip alle Leistenquerschnitte, egal aus welchem Holz, alles eine Preisfrage.
Sperrholz:
Possling Baumärkte, Bauhaus – Baumärkte, u.a.
Kunstharzpressplatten:
Erwin Krüger KG, Lengeder Strasse 34 – 36 13407 Berlin, 030 41 40 85 - 0

Bundesweit: ZEG Zentraleinkauf Holz und Kunststoff eG, vertreiben Vollholz, Sperrholz und auch Kunstharzplatten, allerdings nur im Versand für Gewerbekunden

Autor: Daniel Fronia

Anmerkung von Marian:
unter http://www.goldhausen.de/scharfe/holz/holzart-nav.htm (für Leute ohne Javascript) gibt es eine wunderbare Auflistung aller möglichen und unmöglichen Holzarten.
Falls Du Javascript eingeschaltet hast, gehe zu http://www.goldhausen.de/scharfe/holz/holzart.htm.



23. Welche Heißluftpistole zum PVC-Schweißen?
Frage:
Welche Heißluftpistole zum PVC-Schweißen?
Antwort:
Derzeit nur ein Link zur entsprechenden Diskussion: Welche Heißluftpistole geeignet?
Möchte jemand eine richtige Antwort daraus machen?

Autor: Marian


24. Nähte abdichten
Frage:
Wie kann am Faltboot die Nähte zwischen Oberdeck und Haut abdichten?
Antwort:
Am besten liest Du direkt in derNahtdicht-Diskussion im Faltbootforum nach: dort gibt es auch Links auf weiterführende Diskussionen und Informationen.

25. Decksimprägnierung
Frage:
Wie und mit welchem Mittelchen kann ich mein Oberverdeck wasserdicht machen?
Antwort:
Auch hier ein Verweis auf eine aufschlußreiche Diskussion:
Deck imprägnieren.


26. Lagerung der Haut
Frage:
Wie lagere ich die Haut am besten im Winter?
Antwort:
Die gereinigte und absolut trockene Bootshaut locker eingeschlagen im Regal ist sicher eine gute Sache, wenn der Keller trocken und einigermaßen kühl ist. Ein alter Faltbootbauer lagert seine Häute im Winter sorgfältig gefaltet im Packsack, ohne dass diese darunter gelitten hätten. Ich machs auch so. Das gilt natürlich genauso fürs Gerüst. Das Boot entwickelt dann beim nächsten Aufbau auch wieder Spannung, was beim aufgebauten Boot entfällt, da sich die Form dann richtig "setzt".

Autor: Ralf Heuer

Sicherheit & Ausrüstung
27. Kompass und Orientierung
Frage:
Welchen Kompass könnt Ihr mir empfehlen?
Antwort:
Konkrete Kompass-Empfehlungen gibt es in folgendem thread:
http://www.faltboot.de/forum/read.php?1,1535

to be continued ...

Autor: Marian


28. Nächtliche Bootsbeleuchtung
Frage:
Muß ich nachts irgendwelche Positionslichter führen? Darf ich nachts überhaupt paddeln?
Antwort:
Auf allen Bundeswasserstraßen erfassen die für die Schifffahrt geltenden Vorschriften grundsätzlich auf den Paddler im Faltboot. Daher ist ab Sonnenuntergang und bei "unsichtigem Wetter" das für kleine Segel-, Ruder- und Paddelboote vorgesehene weiße Rundumlicht vorgeschrieben. Nach der BinnenschiffahrtstraßenVO dürfen nur mit amtlichem Prüfzeichen versehene Lichter geführt werden (sog. Baureihenzulassung). Da aber keine geprüften batteriebetriebenen Rundumlichter auch dem Markt sind, werden wohl auch andere Lösungen (z.B. Globetrotter, Bootsbedarfsläden) und selbstgebaute Lösungen akzeptiert werden. Da das Licht von allen Seiten sichtbar sein muss, empfiehlt sich die Anbringung am Ende eines langen am Süllrand befestigten Stabes oder etwa eines Segelmastes. Der gleiche Effekt lässt sich auch mit dem für Stirnlampen vorgesehenen Kopfgurt erreichen.

Autor: Ralf Heuer


29. Paddelkleidung im Winter
Frage:
Welche Kleidung sollte man beim Winterpaddeln tragen?
Antwort:
Es geht nicht um die kalte Luft. Ein bisschen frieren macht einem höchstens die brisante Lage klar: Gefährlich ist das kalte Wasser. Die Gefahr einer Kenterung ist - zumal im Faltboot - zwar nur gering, aber sie kann tödlich enden, wenn das Wasser - wie jetzt - weniger als 10 Grad hat und man vielleicht sogar 100 m oder mehr zum Ufer zurückzulegen hat. Es gilt die Faustregel: Soviel aktive (d.h. handlungsfähige) Überlebenszeit in Min. wie Grad Wassertemperatur. Und das ist nicht viel, wenn man in Winterklamotten nach dem Schock des Kenterns und dem kalten Wasser am Körper schwimmen soll. Daher ist die Kleidung allein so zu wählen, dass man im Wasser nicht so schnell auskühlt. Entweder Trockenanzug mit Fleece drunter oder Ganzkörperneopren mit Fleece drüber.

Erfahrungsbericht von Marian:



Welche Erfahrungen habt Ihr mit GORE-TEX-Zeug oder ähnlichen Membranfasern gemacht?
Was ist mit richtigen Trockenanzügen?
Was tragt Ihr an Händen, Füßen und Kopf?
Was tragt Ihr als Unterwäsche?
Wie guten isolieren POLARTEC-Faserpelze wenn sie naß sind?


Zunächst mal ein kleiner Ausflug in meine "Paddler-Sozialisation"(tm): Nach kleinen Touren als Kind auf der Mecklenburger Seenplatte folgten anderthalb Ausflüge in den Kanurennsport und einige Touren in Dänemark und Schweden im Leihcanadier. 1997, mit 21, bekam ich mein erstes eigenes Boot, kurz darauf war ich für zweieinhalb Wochen in den Aland-Inseln unterwegs. Da ich eher aus der Wanderecke kam, trugen Paul (mein Paddelpartner) und ich klassische Wanderkleidung: Goretexjacken (nur bei Kälte / viel Wind), Fleecesachen, Funktionsunterwäsche, nackte Füße (max. Tevas, nur abends im Lager Wanderschuhe). Spätestens während einer mehrere Tage anhaltenden Starkwindperiode stieg ich mittags, spätestens abends mit deutlichen Unterkühlungszeichen aus dem Boot (hatte und habe nicht viel Fett am Körper). dazu trug v.a. der Wind, die übergenommenen Wellen, die undichte Spritzdecke und der mangelhafte Halsabschluß (durch den ständig Spritzwasser von Wellen und Partnerpaddel eindrang) bei.

Seitdem bin ich ein großer Fan von naß, aber warm im Gegensatz zu naß, aber kalt/ kühler. Naß wird man also beim Paddeln immer. Ich bin dann zu einem Trockenanzug gewechselt, später kam dann für wärmere Temperaturen ein Neo hinzu. Mit beidem bin ich zufriedener, als nur mit Wanderklamotten.
Disclaimer: ich kann zwar trockene Kälte ausgezeichnet aushalten (und bin ein begeisterter Wintertourer), friere aber auch in wärmerem Wasser sehr schnell.

Zu Goretex et al.: hier kommt es am meisten auf das Trägergewebe und dessen Ausrüstung mit wasserabweisenden Substanzen an. Goretex atmet bis zu 90% weniger, wenn es naß ist. Wenn das Trägergewebe längerfristig Wasser abperlen läßt, wird die Jacke auch weiterhin gut atmen können.

Bei kälteren Temperaturen habe ich mich mit dem Trockenanzug bisher am wohlsten gefühlt. Temperaturregelung betreibe ich grob über die Unterbekleidung (entweder Funktionsunterwäsche oder in letzter Zeit mit 100er Fleece), fein mit unterschiedlichen Kopfbedeckungen und Handschuhen /Paddelpfötchen.
Der Trockenanzug ist aber für mich v.a. psychische Sicherheit (über diese nur scheinbare Sicherheit bin ich mir im klaren, es wirkt trotzdem sehr gut).
Bisher hatte ich nur folgende Probleme: zweimal hatte ich einen kleineren Wassereinbruch: einmal hatte ich vergessen, den Reißverschluß bis oben zuzuziehen, einmal schien der Reißverschluß im Bereich von 2-3 Zähnen nicht richtig geschlossen zu haben.
Spätestens seit der letzten Tour (mehrere Tage am Darß, Außen- und Innenseite) bin ich auf der Suche nach Socken aus Latex, Goretex oder Neopren, die man an die Füße des Trockenanzugs schweißen kann. Bei winterlichen Touren reicht meine Fußbekleidung (Neosocke *und* Neoschuh) nicht mehr aus: die Füße werden trotzdem kalt und naß, dies wirkt sich nach einiger Zeit wiederum auf die Blase aus ...

Bei einem Yachtausrüster hier in Rostock habe ich bisher nur Latexsocken gefunden, die aber nicht groß genug waren, um sie am Anzug ankleben zu können. Ich bin also für sachdienliche Hinweise ausgesprochen dankbar.

Nochmal zusammengefaßt Hände, Füße, Kopf:

  • an den Händen meist Paddelpfötchen aus Neo (ausgezeichnet, auch bei gelegentlicher Wellenübernahme), bei richtiger Kälte Neohandschuhe *und* Pogies.
  • an den Füßen im Herbst, Winter, Frühjahr Neosocken (3 mm) mit Neoschuhen (5 mm). Ideal wären m.E. jedoch wasserdichte Socken / Füßlinge, unter die man andere, wärmende Socken ziehen kann.
  • auf dem Kopf allermeistens einen Südwester, bei wenig Wind aber viel Kälte eine Fleecemütze mit Windstopper, bei Wind und Kälte Südwester über der Fleecemütze. Funktioniert fast wunderbar (leider hat der HellyHansen-Südwester eine Einlage aus Baumwolle, die im Herbst überhaupt nicht mehr trocknet ..., in den Staaten habe ich auch Südwester mit Fleeceeinlage gesehen).

Ein britscher Paddel-Guide meinte übrigens, dass er *immer* ohne Handbedeckung paddelt: seine Hänfde würden einmal kalt, dann wieder warm und blieben den ganzen Tag über warm (er paddelt v.a. Küste). An einem gemeinsamen Paddeltag in der Menai-Strait (zwischen Angelsey und walisischem Festland, starke Tidenströmung, an diesem Tag Regen, 5°, 6-7 Bf.) hat er jedoch gern meine Pogies angenommen ... :-)

Ich kann gar nicht genug betonen, wie wichtig warme Finger und Hände in jeder Situation sind: sowohl auf dem Wasser, im Wasser als auch später an Land. Spätestens, wenn man mit klammen Fingern nicht mehr den Reißverschluß aufbekommt oder sein Zelt aufbauen kann, wird's gefährlich.

Zur Isolation von nassem Fleece: wie Jochen schon erwähnt hatte, gibt es solche und solche. Die Fleecehose unter dem Trockenanzug war nach 6-8 Stunden tragen zwar außen naß, aber innen immer noch angenehm. Das Fleecehemd dagegen war v.a. im Ärmelbereich klatschnass (four seasons Activist Pullover).

Ich bin ca. 1994/5 allerdings auch beim Üben von einigen Paddeltechniken im Kanupoloboot zweimal in den Bach gefallen (ca. -3° Luft, ca. +3° Wasser), bekleidet nur mit 200er Fleece. Das Bachufer war jeweils nur 2-3 Meter entfernt, die zweite Kenterung schreibe ich v.a. der mangelnden Konzentration und der beginnenden Unterkühlung zu. Der Kanuclub war zum Glück gleich in der Nähe, unter der Dusche haben meine Füße allerdings erst nach 20,30 Minuten wieder Gefühl bekommen. Das Fleece war klatschnass und hatte m.E. überhaupt keine Isolationswirkung (kein Wind auf dem Bach).



Sehr lesenswert sind auch die Beiträge der Seekajakfahrer vom DKV.

Autor: Ralf Heuer




30. Ausrüstung(slisten) Flussfahrt - Ausflug
Frage:
Was sollte man alles auf einem Tagesausflug im Boot dabeihaben?
Antwort:
Die folgende Liste bezieht sich auf den typischen ruhigen Wanderfluss wie z.B. die Lahn. Für Wildwasser und Großgewässer wie den Rhein sollte man sich mehr an der Ausrüstung für Wildwasser bzw. Seekajak orientieren. Anhand des Gewässertyps sollte dann besonders die Frage nach Sicherheitsausstattung des Bootes (zusätzliche Auftriebskörper, Seesocke, Paddelfloat etc.) und des Anlegens einer Schwimmweste (bei Kindern immer !) entschieden werden.

Wichtig ist ein umfassender Schutz vor der sich vielleicht ändernden Witterung:
Regensachen/Paddeljacke, Südwester, Spritzdecke
Sonnenhut, -brille/Sonnenschutzcreme,
warme Sachen/lange Hose, möglichst Fleece, da unempfindlich gegen Nässe.
Die Ersatzkleidung sollte in einem wasserdichten Beutel (z.B. Ortlieb) untergebracht sein, um sie bei einer Kenterung vor Wasser zu schützen.

Auch für den Fall, dass der geplante Landgang ausfällt, sollte genügend Flüssigkeit (mind. 1 Liter pro Person) und Nahrungsreserven (Obst, Schokolade, Kekse) vorhanden sein. Wenn man sich selbst versorgen will, bedarf es der üblichen Picknickutensilien.

Hinsichtlich der anderen Bedürfnisse sollten wenigstens Papiertaschentücher dabei sein.

Im Übrigen: Geld, Ausweis, Telefonnummern,
Karten, Flussführer,
Schloss nebst Stahlkabel zum Anschließen des Bootes beim Landgang.
Als Reparatur- und Flickzeug reicht in der Regel eine Rolle Textilklebeband ("DuckTape").

Autor: Ralf Heuer


31. Ausrüstung(slisten) Flussfahrt - Wanderfahrt
Frage:
Hat jemand eine Ausrüstungsliste für eine längere Flusswanderfahrt?
Antwort:
Kleidung

  • lange Hosen (Ausgehkleidung)
  • kurze Hose
  • T-Shirt
  • warme Sachen/ Fleecepullover
  • Unterwäsche
  • Badeshose/-anzug
  • Regenkleidung
  • Halstuch
  • Sonnenbrille
  • Sonnenhut/-kappe
  • Sonnenschutzmittel
  • Sandalen
  • Wanderschuhe
  • Wäscheklammern, Wäscheleine, Waschmittel

Nahrung

  • Kocher nebst Zubehör und Ersatzbrennstoff
  • Topf, Kessel, Pfanne
  • Teller
  • Besteck
  • Pfannenheber
  • Dosenöffner
  • 1 l Wasserflasche
  • 10 l Wassersack
  • Trinkbecher/Tassen
  • Brotmesser
  • Holzbrett
  • Einwegfeuerzeug
  • Geschirrhandtücher
  • Schwamm
  • Spülmittel
  • Plastikdosen zum Verwahren von Frischprodukten
  • Pfeffer, Salz
  • Essig/Öl für Salat
  • Gefrierbeutel
  • Pumpernickelbrot
  • Vitamintabletten
  • Schokolade
  • Teebeutel/Kaffee
  • Nudeln
  • Tütensuppen
  • Kartoffelbrei
  • Reis
  • Hartkekse
  • Salami
  • Ketchup/Senf etc.

Körperpflege

  • Papiertaschentücher
  • Handtücher
  • Toilettenpapier
  • Haarshampoo
  • Duschgel
  • Badelatschen
  • Zahnbürste/Zahnpasta
  • Creme
  • Rasierzeug
  • Damenhygiene
  • Haarbürste
  • Spiegel

Medizinische Artikel

  • Pinzette
  • Kopfschmerztabletten
  • Entkeimtabletten
  • gegen Durchfall
  • gegen Halsschmerzen
  • Sonnenschutzmittel
  • Insektenschutzmittel
  • Antiallergikum bei Insektenstichen
  • Breitbandantibiotikum
  • Aspirin/Paracetamol
  • Mullbinden
  • Sicherheitsnadeln
  • Heftpflaster
  • Desinfektionsmittel
  • Fieberthermometer

Dokumente

  • Brustbeutel oder ähnliches zur Unterbringung
  • Reisepass
  • Personalausweis
  • EC-Karte etc.
  • Bargeld/Reiseschecks
  • Impfpass ?
  • Brillenwerte
  • DKV Ausweise/DJH Ausweise ?
  • Kalender
  • Telefonnummern von Angehörigen etc.

Werkzeug

  • Tape
  • Taschenmesser
  • Taschenlampe
  • Nähzeug
  • Feuerzeug
  • Kabelbinder
  • Schraubendreher
  • Kombizange
  • Ersatzschrauben
  • Ersatzmuttern
  • Leine 5m
  • Leine 10m
  • Spanngummis
  • Gurtband
  • Fastex-Verbinder
  • Kleber
  • Gummilösung, Flicken für Bootshaut
  • Draht

Boot

  • Paddeljacken
  • Spritzdecke
  • Persenning
  • Paddel
  • Ersatzpaddel, teilbar
  • Bootsleine
  • Auftriebskörper bzw. wasserdichte Gepäckbeutel
  • Schwamm
  • Lappen
  • Kartentasche
  • Vorhängeschloss, Stahlkabel zum Anschließen des Bootes
  • Bootswagen
  • Schwimmwesten
  • Flussführer, Karten

Sonstiges

  • Notizblock
  • Kugelschreiber
  • Wörterbuch
  • Kamera
  • Filme
  • Fernglas
  • Kartenmaterial
  • Reiseführer
  • Literatur

Zelten

  • Zelt
  • Zeltstangen
  • Ersatzheringe
  • Schlafsack
  • Isomatte
  • Faltschüssel
  • kl./gr. Plastiktüten
  • Outdoorlaterne
  • Kerzen
  • Wecker
  • Müllbeutel

Unbedingt an ausreichend Pack- und Rucksäcke denken, um die o. g. Ausrüstung tragen zu können. Zur Vorbereitung empfiehlt sich ein "Probepacken" sowohl hinsichtlich des Transportes der Ausrüstung nebst Boot im Rucksack bzw. mit Bootswagen wie auch im Hinblick auf die Unterbringung des ganzen Zeugs im Boot. Schon während dieses Testlaufs gelangt man zu der Einsicht, ganz sicher auch ohne das eine oder andere Teil der obenstehenden Liste auskommen zu können ...
Als vorbereitende Lektüre empfiehlt sich besonders das Paddel-Handbuch, Wandern auf Salz- und Süßwasser von v. Stritzky/de Pree.

Autor: Ralf Heuer


32. Ausrüstung Großgewässer
Frage:
Was muß ich alles mitnehmen, wenn ich auf dem Meer paddeln will?
Antwort:
Ein unendliches Thema. Unstrittig sind:

  • eine fähige, erfahrene Bootsbesatzung
  • der Mut, klein anzufangen, um *eigene* Erfahrungen zu sammeln: an sicherer Sandküste mit evtl. auflaufender Tide, sowie auflaufenden Wind und Wellen
  • das Wissen um die eigenen Grenzen
  • der Mut, rechtzeitig abzubrechen

Huch? Das sind ja gar keine Ausrüstungsgegenstände? Naja, die sind eigentlich viel weniger wichtig als die psychische Seite von't janze. Viele nützliche Hinweise zu Ausrüstungsgegenständen findet man im Bereich Tips & Tricks: Ausrüstung für das Meer. Außerdem sollte man unbedingt den entsprechenden Abschnitt aus Wrages KlassikerVom Faltbootfahren im Watt nachlesen.

Autor: Marian


33. Bootswagen
Frage:
Wozu braucht man einen Bootswagen? Welchen Bootswagen könnt Ihr mir empfehlen?
Antwort:

a) Die Marketingsprüche der Faltbootbauer (bequem zu tragen, zwei handliche Taschen, ein bequemer Rucksack etc.) haben noch nie gestimmt. Wer einmal sein (gefaltetes) Boot über längere Strecken tragen musste hat sicher geflucht. Und meistens hat man ja auch noch ein bisschen mehr Gepäck dabei als das nackte Boot.
b) Wenn die Bootsfahrt irgendwo endet (ein unfahrbares Wehr, am Strand, im Watt ...) dann stellt man fest, dass auch ein aufgebautes Boot nicht schön zu tragen ist.

Bootswagen dienen also dem Transport des Bootes (und der übrigen Ausrüstung) im auf- und abgebauten Zustand. Die Notwendigkeit, einen Bootswagen ebenfalls faltbar zu machen, führt leider immer zu recht niedriger Höhe, was das Fahren eines (beladenen) Bootes recht unbequem macht. Ein unbeladenes Boot kann man bspw. mit dem Heck auf den Wagen stellen und am Bug ziehen, dann kann man auch aufrecht laufen.

Formen:
a) Scherenbootswagen
Die bekannteste Form ist sicher die des Scherenwagens (Klepper, Eckla, Zölzer und viele andere).
Vorteile: Einfache, einleuchtende Konstruktion, stabil (bei entsprechender Bauweise) gefaltet ein einziges Teil (plus die Räder natürlich).
Nachteile: "Gefaltet" immer noch recht groß. Das Boot liegt nur an zwei schmalen Stellen auf, die das gesamte Gewicht des (beladenen) Bootes tragen müssen. Man braucht zwei Gurte, um das Boot darauf zu befestigen, dennoch sollen Scherenwagen mitunter einfach mal zusammenklappen (Fahrt über Hindernisse).

Goldy von Zölzer

b) Scherenbootswagen "quer" (Bsp.: Zölzer, Multi)
Vorteile: Boot liegt auf großer Fläche auf, klappt nicht von selbst zusammen, dient als Campinghocker
Nachteile: Gefaltet auch recht groß, zwei Gurte nötig, schmale Spurweite (kippt leichter).
Multi von Zölzer


c) Andere Formen
Es gab und gibt noch viele andere Formen von Bootswagen. Erwähnt sei der "Dreieckswagen" von Pouch (sehr stabil, sehr schwer), der "horizontale" Scherenwagen von LFB/Pax (schöne Konstruktion aus Holz) aber auch die noch erhältlichen Wagen von Kühnisch (pfiffige, stabile Konstruktion mit großer Auflage) und Zölzer (diverse Modelle). Klepper bietet eine von Eckla gefertigte Sackkarre an, die ebenfalls als Bootswagen dient (gefaltet sehr groß).

Pouch-Dreieckswagen

Kastenwagen

Kühnisch Bootswagen

De Luxe von Zölzer

Material:
Heute werden Bootswagen soweit ich weiß nicht mehr aus Holz gefertigt, sondern aus Aluminium, Stahl und Edelstahl. Wer auch auf Salzwasser unterwegs sein will, sollte auf Edelstahl und eloxiertes Aluminium Wert legen (auch auf die Schrauben achten!).

Räder:
Bei einigen Bootswagen kann man sich die Räder aussuchen, die Felgen sind immer aus Kunststoff, Luftbereifung ist die Regel, die Lagerung erfolgt über Kunststoff-Gleitlager. Je größer die Räder im Duchmesser sind, umso höher steht der Wagen, umso angenehmer ist das Fahren (und Hindernisse werden besser bewältigt). Je breiter die Räder sind, desto besser fahren sie im Sand (aber trockener loser Dünensand blockiert wohl alle Räder). Bei der Wahl muss man einen Kompromiss zwischen Einsatzort, Gewicht und Packmaß finden.

Sonstiges:
Viele fahren ihren Bootswagen auf dem Achterdeck spazieren. Ich persönlich möchte ihn unbedingt im Boot verstauen, was die Auswahl deutlich einschränkt. Manche haben vielleicht noch ein starres Seekajak, da sollte der Wagen dann auch durch die Luken passen.
Man sollte unbedingt auf die Höchstlast achten, bei mir kann eine vollgeladener Einer schon mal 90 kg auf die Waage bringen.
Am besten man testet einen Bootswagen mit dem eigenen (beladenen) Boot. Ich hatte mal einen sehr schönen Edelstahlwagen geliehen, der aber mit meinem Feathercraft K1 nicht harmonierte (das Boot schliff auf den Rädern). Auf Faltboottreffen findet man meist viele Formen und Fabrikate und kaum einer weigert sich, seinen Bootswagen für "Testfahrten" zu verleihen.
Wie immer sollte man nicht nur auf den Preis schauen. Gute Bootswagen sind nicht billig. Aber was nutzt einem ein billiger Bootswagen, wenn er nach dem ersten Salzwasserurlaub wegen Korrosion der Schrauben und Abrieb auf der (Alu-) Achse kaum noch zu gebrauchen ist.
Bootswagen sollten möglichst keine verlierbaren (kleinen) Teile wie lose Splinte etc. haben, die verkrümeln sich schnell im Gras oder fallen vom Steg ins Wasser ...
Man sollte eine Luftpumpe und Flickzeug (eventuell einen Ersatzschlauch) dabei haben. Bootswagen mit platten Reifen helfen einem nicht weiter.
Bei schwerer Beladung, sollte man vor dem Transport des Boots auf dem Bootswagen die schwersten Teile rausnehmen (oder zumindest genau über den Wagen packen), um das Gerüst nicht zu stark zu belasten oder gar zu schädigen. Dies gilt ganz besonders für Zweier, die beladen schon mal 130 kg (und mehr) erreichen können.

Autor: Rainer Schröter


Sonstiges
34. Bootsabbau / festsitzende Gerüsthälften
Frage:
Hilfe! Wie bekomme ich das Gerüst wieder aus der Haut?
Antwort:
Beim Abbau von schlauchlosen Booten kann es problematisch sein, die beiden Gerüsthälften aus der Haut zu bekommen. Das Holz "klebt" in der Haut. Auf jeden Fall keine rohe Gewalt anwenden. Materialschonender geht es mit einigen Tricks:

Beim Abbau stellt man sich vor den jeweiligen Steven bzw. mit gespreitzten Beinen darüber und schlägt rechts und links mit der flachen Hand gegen die Bootshaut etwa auf Höhe der Deckstäbe bzw. Bordwände. Bei härteren Fällen mit der Handkante in die Längszwischenräume zwischen den Senten bzw. der doppelten Bordwand schlagen. Schließlich vor die Steven stellen, zum Boot gewandt, die Haut beim Bugbeschlag (eher unten) kräftig ergreifen und das Boot in dieser Stellung kräftig schütteln. Bei diesem Schütteln kann das vordere Gerüst gar nichts anderes tun, als zumindest ein paar Zentimeter aus der Haut zu fahren. Der Rest erledigt sich beim Ziehen von der anderen Seite.

Grundsätzlich hilft es, die Haut gelegentlich innen leicht mit Talkum einzustauben. Das Gerüst klebt dann nicht so an der Haut. Das ist nicht nur bei Gummihäuten zu empfehlen, sondern auch bei PVC.

Autor: Ralf Heuer


35. Paddeln mit Hund
Frage:
Hund und Faltboot, wie geht das?
Antwort:
Erst einmal ist zu sagen: "Es kommt darauf an!"

Worauf . . . na auf die Größe des Hundes. Es gibt Hunde, die bequem in der Packluke eines Feststoffbootes Platz finden und andere wiederum, die aufgrund ihrer Größe ein eigenes Beiboot bräuchten.

Zu zweit, mit einem Schäferhund und Gepäck: in einem normalen Zweier kann das auf Dauer eng und nervig werden. Mit einem kleineren Hund könnte das schon so nicht mehr stimmen . . . also, es kommt wie gesagt darauf an.

Vielleicht sollte man bei einem großen Hund oder bei mehreren in Erwägung ziehen, sich von seinem Kajak zu verabschieden, da ein Kanadier, welchen es ja auch in "faltbar" gibt, so von Pouch und Ally, doch bessere Platzmöglichkeiten bietet.

Im allgemeinen läßt sich jedoch sagen, daß man mit Hunden genau so gut oder schlecht paddeln kann, wie mit kleinen Kindern, da Hunde die gleiche Zuneigung, Auslauf, Platz und Beschäftigung etc. brauchen . . . außer Windeln, die brauchen Hunde meist nicht.

Deshalb:

Immer an Sonnenschutz, also Schirm oder Handtuch denken, genügend gegen den Durst mitnehmen, wenn man sich in Salzwasserrevieren oder in Gegenden mit verschmutztem Wasser aufhält. Entsprechende faltbare Hundenäpfe gibt es übrigens im einschlägigen Outdoorfachhandel, z.B. von Four Seasons.

Bitte auch an genügen Pausen denken, damit der Hund sich mal die Füße vertreten kann oder bei warmen Wetter sich bei einem Bad abkühlen kann. Das also auch bei der Planung der Länge von Tagesetappen mit berücksichtigen.

Der Hund sollte übrigens schwimmen können und auf fließenden Gewässern ist eine Schwimmweste auch keine unangebrachte Investition. Man sollte vor der Reise die zu Hause probieren, ob die Weste dem Hund richtig paßt und vor allem, ob der Hund mit dieser Weste auch im Wasser gut zurecht kommt.

Mit entsprechenden Sonderangeboten habe ich hier schon recht negative Erfahrungen gemacht, denn so einiges, was es da als Sonderangebot gibt ist deswegen so günstig, weil es sich bei anderen Hunden auch schon nicht bewährt hat.

Was sollte Hundi noch können und wissen?
Der Hund sollte wissen, daß er beim Ein- und Aussteigen das Oberverdeck nicht als Trittbrett benutzen sollte. Im Boot befindet sich dann eine, entweder mit einer Isomatte oder einer Decke . . . oder beides abgepolsterte Ecke, auf die sich der Hund legen kann. Ohne Decke drücken die Holzteile des Gerüstes sonst unangenehm.

Weiterhin sollte dem Hund klar sein, daß entgegenkommende Paddler kein Grund sind, mitten auf dem See auszusteigen, denn eine Bergungsaktion eines 35 kg schweren Schäferhundes gestaltet sich mit nur einem Boot recht schwierig. Sollte es doch mal passieren und die Wetterbedingungen nicht ganz so widrig sein, den Hund einfach bis zum nächsten Ufer hinter dem Boot her schwimmen lassen . . . ruhig etwas zügiger paddeln, damit Waldi das Gefühl bekommt "Der haut mir ab . . . beim nächsten Mal bestimmt!"

Trotzdem . . . bitte den Hund nicht im Boot anbinden! Wenn der Kahn abgeht, dann sollte der das bitteschön ohne Hund . . . es sei denn, man hat einen Seehund.

An Situationen, wie Schleusen und Bootsbegegnungen sollte man den Hund langsam heranführen, gerade die Enge in den Schleusen und die vielen Menschen auf einem Haufen, könne extremen Streß für so manchen Vierbeiner sein. Sicher gibt es hier zwischen den einzelnen Kameraden auch große Unterschiede, das weis Herrchen dann aber meistens selber besser, ob er einen "Schisser" oder einen "Chaoten" im Boot sitzen hat.

Beim Anlanden bitte vorher . . . also bevor der Vierbeiner auf Erkundungs- und Markierungstour geht, sicherstellen, daß sich auf dem Übernachtungsplatz niemand befindet, der eventuell Angst vor Hunden hat.
Also bitte, den Hund nicht alleine losstürzen lassen, denn ein fixer Rüde hat in dem Zeitraum, den eine Bootsmannschaft braucht, um den Fuß an Land zusetzten, so im Schnitt drei Zelte und vier Boote markiert und der Mannschaft unter Umständen den Abend schon vor dem Landgang verdorben.

Im Zelt braucht auch der Hund eine Isomatte oder Decke zum drauflegen. Zum einen sind die Krallen für die Dichtigkeit des Zeltbodens nicht besonders förderlich. Andererseits ist der kalte Boden auch nicht unbedingt der Gesundheit zuträglich . . . vor allem, wenn Waldi vom abendlichen Bad noch nicht ganz trocken geworden ist.

Hunde gehen gerne durch, wenn es im Wald raschelt und knackt. Ein Vierbeiner, der zum wildern neigt und der mit dem Geruch von einem Hasen in der Nase auch nicht mehr davon abzubringen ist, loszustürmen, gehört am Lagerfeuer an die Leine; zu seiner eigenen Sicherheit, denn:
Nicht der Hase ist das Problem, denn den wird der Hund im Zweifelsfall sowieso nicht kriegen (wenn doch, dann sollte man genügend Koriander in der Feldküche haben), sondern die Jäger, die nachts auch wildernde Hunde gern vor die Büchse bekommen.

Ein Halsband mit erkennbarer Steuermarke kann hier auch für den Jäger ein Erkennungszeichen sein, daß dieser Hund kein wildernder ist. Andererseits kann ein abhanden gekommener Hund auch wieder zugeordnet werden.

Ach ja, noch was . . . Paddeln mit Hund macht richtig Spaß . . . außer bei Gegenwind. Da ist es manchmal mühsam, zusätzliche 40 kg durch die Gegend zu paddeln. Jedoch gestaltet sich die Kontaktaufnahme zu andern Bootsbesatzungen mit einem süßen Hund im Boot deutlich leichter . . . wirklich! Einfach mal ausprobieren!

Außerdem meckert Hund nicht: "Wann sind wir den endlich da?", "Die Wellen sind mir heute viel zu hoch!", "Du trinkst ja schon Dein zweites Bier heute!", "Ich habe Hunger . . . muß mal pinkeln!", "Mir ist naß und kalt . . ." . . .

Euer Stormy Normi

Forum-Folklore
36. Trolle
Frage:
Was ist ein Troll?
Antwort:
Als Troll wird eine Person bezeichnet, die (meist mit gefälschtem Namen und / oder email-Adresse) mit Tabuthemen oder unflätigem Ausdruck provozieren will.
Als Antwort auf solche (vermuteten oder realen) Trolle postet meist jemand ein kurzes „Ignorieren“ oder ein „Don’t feed the Trolls“. Und ignorieren sollte man einen Troll auch, wenn man sich nicht den heiligen Zorn der versammelten Forumsbesatzung zuziehen will! ;-)

Autor: Marian


37. Dachlatten versus Kuchenbleche
Frage:
Was sind eigentlich Dachlatten und was sind Kuchenbleche?
Antwort:
Vor einiger Zeit, noch zu Zeiten des legendären "Alten Forums" (s.u.) wurde heftig, viel und durchaus wissenschaftlich zu verschiedenen Paddelformen diskutiert. Dachlatten bilden dabei die Gruppe der Paddel mit langen, schmalen Blättern (Grönland- und Aleutpaddel). Kuchenblechen sind "moderne" Europaddel mit breiteren Paddelblättern.
Glühende Vertreter der Dachlatten waren (und sind) Ralph C. Hoehn und (mit bedeutend weniger hydrodynamischem Sachverstand) Marian Gunkel, die Kuchenbleche wurden und werden u.a. von George H. heftig verteidigt.

Autor: Marian



38. \"Altes\" Forum
Frage:
Was ist dieses "alte Forum"?
Antwort:
Von Ende November 1998 (dem Gründungsdatum von faltboot.de) bis September 2000 benutzten wir eine Forumssoftware aus den Urzeiten des WWW – Matt’s WWW-board. Bei dem damaligen "Billig-Provider" Strato gab es nichts besseres. So waren Jürgen und Marian mit zunehmendem Umfang und Diskussionsdichte mehr und mehr damit beschäftigt, das abgestürzte Forum wieder zum Laufen zu bekommen und diverse Beiträge, die im Datennirvana gelandet waren, wieder von Hand einzutragen. Der Sommer 2000 ist dabei in besonders unschöner Erinnerung geblieben, mit etwa 2 Abstürzen pro Woche.
Der Umzug im September 2000 und die Umstellung auf die moderne, sichere und schnelle Phorum Software war dann ein Meilenstein. Endlich hatten wir ein "wirkliches" Diskussionsforum, in dessen alten Beiträgen man tatsächlich effektiv suchen konnte!

Die Beiträge aus dem alten Forum sind noch auf einigen CD’s und auf Marians Festplatte. Falls also jemand einen alten Beitrag oder eine Person von damals sucht: email an Marian (marian@faltboot.de) genügt.

Autor: Marian


39. Tabuthemen
Frage:
Warum beantwortet niemand meine Frage? Warum habe ich mit meiner Frage einen Sturm der Entrüstung hervorgerufen?
Antwort:
Einige Themen wurden schon so oft diskutiert, dass sie von vielen "Alteingesessenen" nicht mehr gehört werden können. Sie sind also nicht per se tabu, aber entweder bekommt man zur Tabufrage keine Antwort oder wird evtl. sogar als Troll betrachtet.
In nicht erschöpfender Auflistung können Tabuthemen *sein*:

  • Pouch vs. Klepper – welches ist die bessere Marke?
  • Schwimmweste – ja oder nein?
  • Wie kann ich Kielstreifen auf mein Boot XYZ aufkleben?
  • Ist der DKV gemein / notwendig / toll?
  • Was ist besser: PVC oder Hypalon?

Bei genügend intelligenter Fragestellung kann man trotzdem mit intelligenten Antworten rechnen ...

Autor: Marian


40. Neueingetretenen zum Geleit
Frage:
-
Antwort:
Nachdem sich Roland in http://www.faltboot.de/forum/read.php?1,24800,24800 als Neuankömmling vorstellte, kam es zum üblichen (?) Hick-Hack einiger Forum-Kasperle.

Nur einer war standhaft und versuchte, die Forum-Ehre zu retten und die Streithähne wieder auf den Fachdiskussions-Pfad zurückzuführen:

Autor: Eike Schulz
Datum / Uhrzeit: 10.09.2002 14:13

Sehr geehrter Besucher,

Sie haben erstmals unser schönes Lokal betreten und waren erfreut über das angenehme Ambiente.
Leider beinhalteten die freundlichen Worte, mit denen Sie ein Stammgast willkommen hieß, kleine Spitzen in Bezug auf einen anderen Stammgast, was binnen kurzen zu einer kapitalen Saalschlägerei ausuferte.
Leider vergaß die mit Begeisterung kämpfende ausschließlich aufeinander fixierte Stammtischbesatzung, daß Ihr ursprünglich positiver Eindruck von unserer Lokaltität diesen für Sie irritierenden Vorgängen zum Opfer fallen könnte.
Lassen Sie sich bitte davon nicht beirren!
Wie überall treffen auch hier Menschen mit unterschliedlichen Charakteren aufeinander, darunter auch einige, die außerhalb unseres Lokals keinerlei andere soziale Kontakte zu haben scheinen. So kommt es immer wieder vor, daß sich diese Personen an unserem der fachlichen Konversation geweihtem Ort auf das Niveau balgender Schulbuben zurückbegeben. Für einige von ihnen ist das Warten auf solche Zwischenfälle die vorrangige Motivation, unser Lokal aufzusuchen.
Auch wenn es uns nicht gelingen wird, derartige Begebenheiten generell zu unterbinden, so läßt sich auf jeden Fall feststellen, daß der fachliche Diskurs immer noch den ihm gebührenden Platz in unserem Lokal behauptet und daß unser Lokal glücklicherweise bisher noch nicht völlig zu einem Bolzplatz von Stammtischveteranen abgestiegen ist.

Autor: Eike Schulz

Erzeugt: 11.07.2007 22:27
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